Eine Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Thema der Geistheilung

In diesem Artikel geht es mir weder um die geistheilerischer Sicht von Krankheit und Heilung, es geht auch nicht um die Beziehung zwischen Patienten/in und Geistheiler/in, die ebenfalls von großer Bedeutung ist. Es geht noch nicht einmal um die Wirksamkeit des geistigen Heilens.

Mein Wunsch ist es Vorurteile abzubauen und Menschen in ihrem Verständnis des Begriffes „Geistheilung“ zu Offenheit und Neugier einzuladen und vor allem Denkanstöße zu geben.

„Geistheilung“ ist ein seit Jahrtausenden existierendes und funktionierendes und vor allem, ein angewandtes Prinzip. Man mag sich zur heutigen Zeit – meines Erachtens mit aller Berechtigung – über die Bezeichnung „Geistheilung“ streiten, denn sie verführt zu einer übernatürlichen Betrachtungsweise, andererseits kann man sich genauso gut fragen, ob beispielsweise die komplexe Funktion der Leber oder des Gehirns nicht genauso "übernatürlich" ist. Wann beginnt etwas übernatürlich zu sein? Ist etwas dann, wenn wir denken, wir wüßten wie es funktioniert, nicht mehr übernatürlich? Ist nicht, wenn wir uns einmal auf die Funktion alles Lebens einlassen,  alles in einer Art übernatürlich?

Natürlich, schwarze Schafe gibt es in jedem Bereich und die Praxis hat bewiesen, dass eine akademische Ausbildung keine Qualitätssicherung darstellt. Aber ist es klug, Heilverfahren generell anzuzweifeln oder zu kritisieren, weil es unqualifizierte oder schlecht ausgebildete Anwender gibt?

Zu Heilen ist ein menschliches Naturrecht. Jeder kann es bis zu einem gewissen Maß erlernen, denn es beinhaltet eine weite Bandbreite. Vermutlich gibt es keinen Menschen, der nicht irgendwann einmal in seinem Leben geheilt hat. Jeder liebende Mensch aktiviert heilende Kräfte, wenn er einen geliebten Angehörigen in den Arm nimmt und aus dem Wunsch heraus, dieser möge glücklich sein, tröstend zu ihm spricht, ihn streichelt oder sich ihm sonst wie liebevoll zuwendet.

Er bedient sich, ohne sich dessen bewusst zu sein, einer Kraft über deren Ursache wir nichts wissen, man nennt sie aber oft Liebe oder Gott.

Um kraftvoll und effektiv zu werden braucht es jedoch eine geistig-seelische Entwicklung und vor allem Übung und Erfahrung. Wie weit die heilenden Kräfte einer Person aktivierbar sind, hängt von deren Bereitschaft ab, sich auf diesen Prozess einzulassen und in diese Entwicklung zu investieren. Bitte bedenken Sie liebe Leserin und lieber Leser, dass wir um das Abitur zu erlangen 13 Jahre Ausbildung investieren. Um Facharzt zu werden noch einmal fast die gleiche Zeit. Geduld und gleichzeitig Zielstrebigkeit, sowie Vertrauen in die menschlichen Fähigkeiten sind unverzichtbare Voraussetzungen um ein/e gute/r Heiler/in zu werden.

In der christlichen Geschichte ist der bekannteste Heiler Jesus Christus gewesen, dessen „Wundertaten“ überliefert sind.

Aber wir müssen nicht so weit zurückgreifen, denn es gibt in der heutigen Zeit viel Heiler, deren Wirken glaubhaft dokumentiert ist aber dessen ungeachtet als Phänomen nicht erklärlicher Ursache in den Schubladen irgendwelcher Schränke verstaubt, statt sich eines wissenschaftlichen Interesse zu erfreuen.

Ob der liebende Mensch oder die großen unter den Heilern, alle bedienen sich, in mehr oder weniger bewusster Weise, der gleichen Energie um eine Wirkung zu erzielen.

Ihre unterschiedliche Wirkung ist vermutlich durch den Satz „mehr oder weniger bewusst“ zu erklären, denn ein Heiler, der keine zufälligen Ergebnisse erzielt, ist sich, im Gegensatz zu einem liebevollen Angehörige, sowohl seiner Vorgehensweise als auch seines Wirkens bewusst.

Wie bereits ausgeführt, scheiden sich bei der Benutzung des Wortes Geistheilung die Geister, denn es lädt zu mancherlei Interpretation ein. Wer heilt denn da? Gott? Ein aufgestiegener Meister? Ein Engel? Eine sonstige Entität, deren Ursprung im Unklaren ist? Oder heilen wir Menschen durch die Kraft des Geistes? Aber was ist Geist? Und wer ist es der heilt?

Bereits hier werden Fragen aufgeworfen, deren Beantwortung sich die Philosophen aller Zeiten mehr oder weniger erfolgreich gewidmet haben.

Geistheilung arbeitet mit Kräften, deren Ursprung der Anwendende nicht erkennen und deren Wirken er nicht wirklich verstehen kann. Und somit wird mit dem erwiesene Phänomen der Geistheilung heute noch so verfahren wie in der Zeit der Aufklärung, in der wissenschaftliches Denken in den Vordergrund getreten ist.

Als Phänomen unerklärlicher Ursache wird sie als nicht-existent bezeichnet, beziehungsweise als Religion oder Esoterik abgewertet, oder in der Schublade „Esoterik, Religion, Glaubenssache“ abgelegt. Unsere Forschung ist nur zögerlich bereit sich dem Phänomen der Geistheilung mit westlichen Wissenschaftsstandards zu widmen.

Geistheilung wirkt offensichtlich durch das, was wir „Gott“, meines Erachtens besser: „Lebensenergie“ nennen können.

Die Menschheit hat, Aufklärung hin oder her, schon immer Phänomene, die sie nicht erklären konnte mit dem Wirken von Göttern oder eines Gottes erklärt. Das hat sich bis heute unwesentlich geändert.

Im alten Ägypten hat man sich den Sonnenaufgang so erklärt, dass der Sonnengott Re, der „Herr der Flammen“ in einer Barke, zusammen mit mutigen Mitstreitern, über den Himmel gezogen ist. Abends ist er dann im Westen in die Unterwelt abgestiegen, musste dort den einen oder anderen Kampf bestehen, um am Morgen siegreich in seiner Barke am Osthimmel wieder über den Himmel zu gleiten.

Die Menschheit hat auch schon immer neue Erkenntnisse als bekämpfenswert empfunden. Bedenken Sie nur, liebe Leserin und lieber Leser, wie viele Menschen sterben mussten, weil sie dem unverzeihlichen Glauben anhingen, die Erde sei eine Kugel und keine Scheibe. Ketzer eben!

Bei der Geistheilung stellt es sich uns so dar:

Etwas geschieht nachweislich. Etwas, was unserem bisherigen wissenschaftlichen Denken widerspricht, aber bewiesenermaßen funktioniert.

Etwas geschieht, wir können über das Wie nur spekulieren, die Wirkung allerdings ist beobachtbar. Und wir erklären es uns genauso, wie die alten Ägypter sich den Sonnenaufgang erklärt haben.
Gott, die Engel, die aufgestiegenen Meister tun es.
Vermutlich wird man in spätestens 200 Jahren genauso darüber lächeln, wie wir heute über die Vorstellung lächeln, dass der arme Sonnengott Re am Tag und in der Nacht arbeitend und kämpfend die Sonne über den Himmel zieht.

Da das Wort Geistheilung allgemein sinnhaft besetzt ist, habe ich mich in dem Wissen, es genauso zu machen wie die alten Ägypter, entschieden, es weiterhin zu verwenden.
Geistheilung bedeutet also: Das Arbeiten mit Energiefeldern, über deren Ursache wir kaum etwas wissen, die wir aber ungeachtet dessen konstruktiv und wirksam nutzen können.

So, wie die Sonne im alten Ägypten ungeachtet der menschlichen Erklärungsweise geschienen hat und die Menschen in den Profit der Sonnenenergie kamen, können wir uns der Methode des geistigen Heilens bedienen und eine hervorragende Wirkung erzielen, obwohl unser Wissen über die Ursachen sich größtenteils leider noch im Bereich der Spekulation bewegt.

Der/die eine Heiler/in arbeitet über Gebete, der/die nächste über konzentrierte Energieübertragung, wieder ein/e andere/r arbeitet durch Rituale oder indem er die Kraft geistiger Entitäten vermittelt.

Alle verbindet, dass sie sich einer Kraft bedienen, die mit ihrem Normalbewusstsein nicht fassbar ist und dass sie sehr häufig eine konstruktive Wirkung auf die Gesundheit eines Patienten haben, die mit dem Wort Suggestion alleine nicht mehr zu erklären ist.

Meines Erachtens können wir uns das Wirken dieser Kraft am ehesten erklären, wenn wir den Menschen als ein physikalisches Wesen sehen, im Sinne der Quantenphysik. Denn dann begreifen wir ihn als ein bewusstes Schwingungsfeld.

Dies ergäbe einen weiteren Blickwinkel auf den Menschen:

  • Den Blick der Schulmedizin, der den Menschen mehr oder weniger unter dem Aspekt der Organfunktion betrachtet
  • Den Blick der Psychologie, der den Menschen unter dem Aspekt seiner emotionalen Zusammenhänge anschaut.
  • der Theologie, deren Hinwendung dem spirituellen Wesen des Menschen gilt.
  • Und als neue/alte Sichtweise: eine Sichtweise der Quantenphysik: der Mensch als schwingendes Bewusstseinsfeld, als gleich intelligentes und komplex funktionierendes Energiebewusstsein

Sogar - diese Einwendung bringe ich für diejenigen an, die auf einer suggestiven Wirkung der Geistheilung beharren - was wäre so schlecht an Suggestion, wenn der Patient dadurch gesund wird. Dann gälte es unbedingt die heilende Wirkung von Suggestion noch mehr zu erforschen und anzuwenden, statt Methoden, die mit dieser Kraft arbeiten, abzuwerten!

Und, bitte bedenken Sie liebe Leserin und lieber Leser: Ist es denn für den Patienten von Bedeutung was ihn gesund gemacht hat? Oder ist es für ihn nicht einfach nur von Bedeutung wieder gesund zu sein?

In England wird Geistheilung als ein anerkanntes Verfahren genutzt und dementsprechend steht die Forschung an einem ganz anderen Punkt als in Deutschland. Geistheiler/innen arbeiten dort sowohl ambulant als auch in Kliniken, ihre Arbeit und vor allem ihre Ergebnisse werden dokumentiert und ausgewertet.

Hier in Deutschland wird Geistheilung leider noch häufig mit Scharlatanerie gleichgesetzt, bestenfalls als esoterischer Unsinn aber ohne eine heilende Wirkung.

Dies beweist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2.3.2004 (AZ: 1 BvR 784/03), dem ich zwiegespalten gegenüberstehe: Einerseits wird hier geistiges Heilen aus dem Tatbestand des Kriminellen entlassen und legalisiert. Und das ist eine gute Weiterentwicklung, weil es viele seriös mit Geistheilung arbeitende Menschen aus der Ecke des kriminellen Handelns herausnimmt. Andererseits wird Geistheilung als eine Art religiöser Handlung, ohne Wirkung im heilkundlichen Sinn deklariert. Und damit unterliegt es der Religion oder Esoterik, beides vielfach von der Wissenschaft mit negativem Beigeschmack genutzte Begriffe.

Wie schade!

Und wie viele Menschen mit schweren Symptombildern könnten von diesen Methoden profitieren, indem sie zumindest Linderung, wenn nicht gar komplette Wiederherstellung ihrer Gesundheit erführen!

Welche Kostenersparnis wäre für die Krankenkassen möglich, wäre Geistheilung als heilkundliche Methode zugelassen!

Dann endlich wäre eine wissenschaftliche Herangehensweise möglich, um mehr Wissen über die Hintergründe und damit bessere Nutzungsmöglichkeiten zu bekommen.

Interessanterweise wird die ablehnende Haltung leider auch von vielen vorschnell urteilenden Heilpraktikern geteilt, deren Arbeitsmethoden ja ebenfalls oft unter Beschuss stehen.
Da scheint mir ein massives Machtgerangel in Gange in dem es sicherlich nicht um das Wohl des Patienten geht.
Ärzte gegen alle Nichtärzte! Psychologen gegen Heilpraktiker! Heilpraktiker gegen „Esoteriker“ = Geistheiler!

Dr. Harald Wiesendanger hat einen wunderbaren Ausspruch getätigt, der die ganze Problematik auf einen knappen Nenner bringt:

Wäre “Geistheilung” der Name einer Pille, die in den Forschungslabors von BASF, Bayer oder Hoechst entwickelt worden wäre – sie hätte längst die Zulassung.

Ich befürchte, genauso verhält es sich, denn wie sonst lässt sich die Ablehnung gegenüber einer Methode erklären, die auf schnellem, preisgünstigem Weg, mit einfachen Mitteln so vielen Menschen Hilfestellungen anbieten kann. Es kann sich, so scheint es mir, also nur um Fragen der Macht und der finanzielle Interessen handeln.

Kritiker der Methode der Geistheilung begründen ihre ablehnende Haltung oft mit dem Argument, es gäbe keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte für die Heilerfolge.

Hier muss man sich die Frage stellen: Gibt es denn für die herrschende Schulmedizin wissenschaftliche Anhaltspunkte für Heilerfolge?

Wie ist dann zu erklären, dass bei dem einen „die Medikamente anschlagen“ bei dem anderen hingegen keine Wirkung zeigen? Und ich denke, jede/r ehrliche Arzt/Ärztin wird bestätigen, dass seine/ihre Patienten weit weniger Heilerfolge verbuchen können, als er/sie sich das wünscht.

Und ist es als ein Heilerfolg zu verbuchen, wenn ein grippaler Infekt durch die Gaben von Vitamin C nach 14 Tagen „geheilt“ ist? Ohne Vitamin C hätte die Heilung vermutlich zwei Wochen gedauert.

Die täglich neuen Forschungsergebnisse über das innere Zusammenspiel des menschlichen Körpers und der menschlichen Psyche beweisen uns eindeutig, dass die schon seit jahrtausenden herrschende Meinung, die Menschheit befände sich an der Spitze des Wissens, schon immer eine Illusion war und auch heute noch eine Illusion ist. Tatsächlich wissen wir nur bruchstückhaft wie beides funktioniert. Wir könnten aus unserer Vergangenheit lernen, indem wir uns ein für allemal von der Idee absoluten Wissens verabschieden, und stattdessen unsere engen wissenschaftlichen Grenzen erweitern indem wir eine Haltung von Neugier und Forschungswillen entwickeln.

Ich setze meine Erwartung auf die physikalische Forschung und warte voller Ungeduld, dass Mittel gefunden werden um klare, preisgünstige Bilder des menschlichen Energiefeldes zu erzeugen, denn dann werden die unterschiedlichen Methoden der Geistheilung endgültig nachweisbar sein.

Bis dahin bleibt mir nur die intensive Hoffnung, dass mehr und mehr Menschen bereit sind schnelle vorgefertigte Meinungen hinter sich zu lassen, zugunsten einer individuellen, praxisbezogenen Prüfung und das die eindeutigen Heilungserfolge vieler Menschen, die mit dieser Methode arbeiten für sich sprechen.

 

Jaya Herbst